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Berufsbildung International: Mit Sprachen zum Erfolg

Fremdsprachen werden im täglichen Arbeitsleben immer wichtiger. Diese Business-Sprachen sollten Schüler jetzt lernen.

Von Manuela Tomic - 21. November 2018

 

Global vernetzte Firmen, Konferenzen via Skype oder eine internationale Kollegenschaft: Fremdsprachen werden in der Arbeitswelt der Zukunft wichtiger denn je. Nicht zuletzt deshalb sollte man mit dem Erlernen so früh wie möglich beginnen.

Schlusslicht Österreich

Österreich hinkt bei der Zahl der erlernten Fremdsprachen im EU-Vergleich weit hinterher. Zwar erlernen so gut wie alle Schülerinnen und Schüler Englisch.

Beim Beherrschen von zwei oder mehr Fremdsprachen ist die österreichische Schülerschaft im EU-Vergleich jedoch weit abgeschlagen: Nur 8,8 Prozent lernen im Sekundarbereich mehr als eine Fremdsprache, wie die Statistik-Behörde Eurostat vergangenes Jahr erhoben hat. Das ist der zweitniedrigste Anteil in der EU, schlechter ist nur Ungarn mit gerade einmal sechs Prozent.

 

Spanisch gehört laut Experten zu jenen Business-Sprachen, die man beherrschen sollte. Foto: Shutterstock

 

In Luxemburg und Finnland hingegen steht Fremdsprachenkompetenz eindeutig im Fokus der Ausbildung. Dort lernen nahezu alle Schülerinnen und Schüler zwei oder mehrere Sprachen, auch Italien (95,8 Prozent) und Estland (95,4 Prozent) liegen in diesem Bereich weit vorne.

Spanisch ist im Trend

Europaweit wird Englisch von 17 Millionen Schülern erlernt. Dahinter rangieren Französisch, Deutsch und Spanisch. Letztere befindet sich an den österreichischen Schulen weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der Spanisch-Lernenden hat sich in den vergangenen zehn Jahren und nach Angaben der Statistik Austria mehr als verdoppelt. Auch Russisch hat deutlich zugelegt, Französisch hingegen abgenommen.

Österreichs Schülerinnen und Schüler scheinen einen guten Riecher für Business-Sprachen zu haben, schließlich gehört Spanisch Experten zufolge zu jenen Top-3-Business-Sprachen, die man beherrschen sollte. Was Wunder: Nach Mandarin gehört Spanisch mit 450 Millionen Muttersprachlern zur zweithäufigsten Sprache auf dem Globus.

Chinesisch darf nicht fehlen

Aber auch Russisch gehört aufgrund der Größe des Landes und der wirtschaftlichen Entwicklungen zu den Top 10 der wichtigsten Sprachen.

Neben Englisch und Spanisch darf Chinesisch (inklusive der populären Varianten Mandarin und Kantonesisch) natürlich nicht fehlen. Längst hat sich herumgesprochen, dass Chinesisch auch ungeahnte Jobchancen bietet. Dasselbe gilt für Arabisch.

Zuwanderung und Vielfalt

20 Prozent aller Schüler und Schülerinnen in Österreich verwenden in ihrem Alltag neben Deutsch eine andere Sprache, wie das Bildungsministerium ausweist. Gerade diese „Muttersprachler“ eröffnen eine Chance für die Vielfalt im Land und an österreichischen Schulen.

Immer noch werden an Österreichs Berufsschulen und den BMHS vor allem die sogenannten Klassiker wie Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch unterrichtet. Dazu kommen in ungleich geringerer Zahl Slowenisch, Slowakisch, Kroatisch oder Serbisch.

Der wirtschaftliche Wandel könnte die Schulen dazu bewegen, ihr Sprachangebot anzupassen und so ihr Schulprofil zu schärfen. Vor allem BMHS könnten so weiter an Attraktivität gewinnen. Denn eines steht fest: Fremdsprachen werden für Österreichs Schülerinnen und Schüler künftig mindestens genauso wichtig wie das Erlernen der jeweiligen fachlichen Kernkompetenzen – wenn nicht sogar noch wichtiger.

 

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Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.