Bildung und Beruf

BMHS vor Corona: Frauenfußball, Forsttechnik, Fremdsprachen

In diesem Beitrag erfahren Sie, was sich im Frühjahr, noch vor Corona, an den Schulen getan hat. Von neuen Schulzweigen über Kooperationen bis hin zu Wettbewerben und Schulprojekten reicht unser Überblick.

Von Florian Bayer - 23. März 2020

 

Anpfiff!
Im Burgenland eröffnete ein neues Frauenfußballzentrum.

Im kommenden Schuljahr 2020/21 wird das Frauenfußballzentrum der BHAK/BHAS Stegersbach seine Pforten öffnen. Die Vorarbeit dafür wurde bereits in den letzten Wochen und Monaten geleistet.

Talentierte Fußballerinnen im Alter von 14 bis 19 Jahren bekommen hier die theoretischen und praktischen Grundlagen, um im nächsten Schritt in der österreichischen Frauenfußballbundesliga Fuß fassen zu können.

Zu diesem Zweck steht mit dem FC Südburgenland das burgenländische Aushängeschild im Frauenfußball als Trägerverein zur Verfügung. Im  Sinne einer dualen Ausbildung wird von den Fußballerinnen die Schulausbildung an der BHAK/BHAS  Stegersbach absolviert und mit den Trainingszeiten abgestimmt.

 

Im Herbst beginnen sieben Mädchen die Ausbildung zur Frauenfußballerin.

Im Herbst, so es coronabedingt möglich ist, beginnen sieben Mädchen die Ausbildung zur Frauenfußballerin. Foto: BHAK/BHAS Stegersbach

 

Mit der Gründung dieses Zentrums folgt auch das Burgenland dem österreichweiten Trend, den Frauenfußball, ähnlich wie bei den Burschen, gezielt zu fördern und die talentiertesten Mädchen  an einem Standort auszubilden. Die Hoffnung ist, in absehbarer Zeit auch an einer österreichweiten Jugendliga teilnehmen zu können.

„Vor allem seit den  Erfolgen des österreichischen Frauennationalteams bei der EM 2017 ist der Frauenfußball präsenter, was auch bei der diesjährigen Frauenweltmeisterschaft in der medialen Berichtserstattung bestätigt wurde“, freut sich Joachim Steiner, Sportkoordinator am neuen Frauenfußballzentrum der BHAK/BHAS Stegersbach.

www.hak-stegersbach.at

 

 

HBLA meets HTL
In Klagenfurt bündeln zwei Schulen ihre Fachkompetenz, um Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen.

Auch in der Landwirtschaft ist die Digitalisierung längst nicht mehr wegzudenken. Biologie, Ökologie, Technik und Informatik machen Landwirtschaft zur Querschnittsmaterie, Querdenken ist also gefragt.

Genau das tun seit diesem Schuljahr die HBLA Pitzelstätten (Klagenfurt) als landwirtschaftliche Schule und die HTL1 Lastenstraße – Klagenfurt mit ihrer technischen Kompetenz aus der Land-, Umwelt- und Energietechnik in einer Kooperation.

Ökologie und Technik vereint die neue Kooperation zweiter berufsbildender Schulen in Klagenfurt. Foto: HBLA Pitzelstätten/Kerstin Tauchhammer

Ökologie und Technik vereint die neue Kooperation zweiter berufsbildender Schulen in Klagenfurt. Foto: HBLA Pitzelstätten/Kerstin Tauchhammer

 

Thema ist unter anderem das sogenannte „Precision Farming“, eine punktgenau angepasste, ökologische Bewirtschaftungsweise. Zahlreiche dabei helfende Anwendungen sind als App verfügbar, auch die landwirtschaftlichen Geräte werden immer kleiner und günstiger.

Die neue, interdisziplinäre Ausbildung für angehende Kärntner Landwirte und Landwirtinnen startet im Herbst 2020.

www.pitzelstaetten.at
www.htl1-klagenfurt.at

 

 

Fließend in acht Sprachen
Bei der
Sprachen-Trophy an der PH Burgenland konnten viele BMHS-Schülerinnen und -Schüler überzeugen.

Im Februar fand die Sprachen-Trophy der PH Burgenland statt, bei der sich erstmals AHS- und BMHS-Schülerinnen und -Schüler miteinander gemessen haben. Geprüft wurden Englisch (B1 und B2), Französisch, Italienisch, Latein, Russisch, Spanisch, Kroatisch und Ungarisch.

In einem ersten Durchgang diskutierten die Kandidatinnen und Kandidaten mit der Jury bestehend aus Native Speakern. Ausgangspunkt war ein Impulsfoto, Text, Schlagwort oder Video.

 

Strahlende Gewinnerinnen bei der Sprachen Trophy im Burgenland. Foto: PH Burgenland

Strahlende Gewinnerinnen bei der Sprachen-Trophy im Burgenland. Foto: PH Burgenland

 

Die jeweils drei Besten einer Sprache spielten dann in der Finalrunde vor Publikum in einem Rollenspiel Situationen nach, wie sie etwa in Schule, Freizeitleben oder im Beruf vorkommen.

Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden im Anschluss im Rahmen einer Feier ausgezeichnet und für ihre Leistungen mit Preisen belohnt. Die Besten aus dem Bereich der BHS und BMS können überdies am Bundesbewerb des CEBS (Center für berufsbezogene Sprachen) teilnehmen, der Mitte April in Linz stattfindet. Mehr darüber lesen Sie im nächsten „BHMS aktuell“.

www.ph-burgenland.at

 

 

Wir präsentieren: SCHMUSWACHS!
Mit selbstgemachtem Lippenbalsam schnuppern Schülerinnen HAK/HAS Zell am See erste Unternehmerluft.

Die Schülerinnen der HAK/HAS Zell am See leiten ein ganz besonderes Wirtschaftsprojekt: SCHMUSWACHS, ein selbst hergestellter und kreativ vermarkteter Lippenbalsam, der obendrein auch vor Sonnenbrand schützt.

Während des Schuljahrs – soweit es in der jetzigen Situation möglich ist produzieren, bewerben und verkaufen sie den ökologischen Lippenbalsam, der über Lichtschutzfaktor 30 verfügt und in mehreren Geschmacksrichtungen erhältlich ist.

 

Den Lippenbalsam SCHMUSWACHS haben die Schülerinnen nicht nur erfolgreich vermarktet, sondern auch selbst konzipiert und hergestellt. Foto: BHAK/BHAS Zell am See

Den Lippenbalsam SCHMUSWACHS haben die Schülerinnen nicht nur erfolgreich vermarktet, sondern auch selbst konzipiert und hergestellt. Foto: BHAK/BHAS Zell am See

 

Gleichzeitig führen die Schülerinnen und Schüler Aufzeichnungen über ihre Geschäftstätigkeit, erstellen Geschäftsberichte und führen schließlich auch Juniorsteuern und Sozialabgaben ab.

Mit der Unterstützung eines Steuerberaters aus der Praxis konnten sie schon über 500 Stück verkaufen, 1.000 Stück für das Wanderhotel Kirchner in Mühlbach sind momentan in Arbeit − und es besteht Hoffnung, dass das Projekt nach der jetzigen Coronapause bald wieder voll weiterlaufen kann.

Info & Bestellungen: juniorcompany@hakzell.at
www.hakzell.at

 

Inernationaler Besuch an der HTL Pinkafeld
Gäste aus fünf Ländern lernten über die Zukunft des Bauens.

Vom 16. bis 22. Februar 2020 besuchten 30 Gäste aus Estland, Italien, Martinique (Frankreich), Portugal und Slowenien im Zuge eines „Erasmus Plus“-Projektes die HTL Pinkafeld.

Das Projekt „Let‘s Build Tomorrows Life Space“ widmete sich mehr als zwei Jahre der Zukunft des Bauens, insbesondere der ökologischen Dimension.

Dementsprechend arbeiteten die Gastschüler/innen intensiv mit ihren Buddys der vierten Bautechnikklassen an ihren Vorstellungen vom Haus der Zukunft − und das in der Arbeitssprache Englisch.

 

Internationale Gäste gab es an der HTL Pinkafeld - Thema war das Bauen der Zukunft. Foto: HTL Pinkafeld

Internationale Gäste gab es an der HTL Pinkafeld – Thema war das Bauen der Zukunft. Foto: HTL Pinkafeld

 

In den Labors der HTL wurden alternative Materialien wie karibischer Bambus, portugiesischer Kork, italienischer Tuffstein und estnische Birke getestet, um indikative Aussagen über die Festigkeit sowie bauphysikalische Kennwerte zu treffen.

Um diese auf ein solides Wissensfundament aufzubauen, gab es Impulsreferate über Lösungsansätze in der Architektur aller beteiligten Regionen.

Zwei Fachexkursionen führten zu zahlreichen lokalen Betrieben, die sich ebenfalls dem Thema verschrieben haben. Vor allem der Bauhof begeisterte die Gäste mit seiner CNC-Fräse und dem Lasercutter, mit deren Hilfe jeder Projektteilnehmer ein kleines Werkstück kreieren konnte.

Am Ende des Planungsprozesses wurden die Häuser der Zukunft virtuell mithilfe der VR-Brille begangen und die Pläne sowie Energiekonzepte bzw. -ausweise präsentiert.

www.htlpinkafeld.at

 

 

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Ein Beitrag der Was jetzt Online-Redaktion.