Schwerpunkt: Orientierung

Climate Central: Diese Bilder zeigen, wie hoch den Küsten das Wasser steht

Die Klima-Organisation Climate Central visualisiert in Bildern und Karten eine Welt, der das Wasser bis zum Land steht. Wie Havanna, Hamburg und Washington bei plus 4 Grad Erderwärmung einmal aussehen könnten, sehen Sie hier.

Florian Wörgötter - 21. Oktober 2021

MEHR! | Bildungsmagazin Was jetzt | Havanna unter Wasser © Climate Central

Die Klima-Organisation Climate Central blickt in ihren Karten und Bildern in die Zukunft. Was glauben Sie, wie Küstenstädte wie Hamburg oder Havanna (im Bild) einmal aussehen werden, wenn sich die Erde um bis zu 4 Grad Celsius erwärmt hat?

Die „unabhängige“ Non-Profit-Organisation Climate Central besteht aus Forscherinnen und Forschern, die Studien zum Klimawandel und seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft durchführen. Ein Team von Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten publiziert deren Schlüsselergebnisse in ansprechenden Reports und Online-Tools, die auch von Medien wie der New York Times, der Washington Post, Reuters und dem Time Magazine aufgegriffen werden.

Das Ziel von Climate Central: wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel, seinen Folgen und mögliche Lösungen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Aktuell hat Climate Central unter dem Titel Picturing Our Future Visualisierungen zum Anstieg des Meeresspiegels veröffentlicht. Interaktive Bilder und Karten von 184 Weltstädten zeigen, wie hoch der Meeresspiegel dort ansteigen würde, wenn sich die Erde um drei bis vier Grad erwärmt.

Hier sehen Sie am Beispiel von Washington D.C., wie nahe der Atlantik über den Potomac River dem Abraham Lincoln-Memorial kommen könnte, wenn sich die Erde um 4 Grad Celsius erwärmt.

Das Online-Material von Climate Central besteht aus fotorealistischen Bildern, Videos aus der Vogelperspektive, Google Earth-Grafiken oder animierten GIFs.

Zur Bedienung der Grafiken: Bewegen Sie den Cursor Ihrer Maus in die waagrechte Leiste unter den Fotos und wählen Sie den Temperaturanstieg in Graden. Der senkrechte Fader im Bild lässt sich von links nach rechts bewegen, um die Effekte der Erderwärmung anzuzeigen – den Kontrast zwischen dem heutigen Klima und einem bis 2030 realistischen Anstieg von 1,5 Grad Celsius sowie einem drohenden Anstieg bei ungebremster CO2-Belastung von bis zu 4 Grad Celsius.

Die logische Conclusio: Je stärker die CO2-Belastung, umso wärmer der Planet, desto höher steht den Küsten und ihrer Bevölkerung das Wasser. Hier sehen Sie ein mögliches Zukunftsszenario für Hamburg und seinen Stadtteil Rothenburgsort.

Die Studie hinter der Visualisierung basiert auf dem peer-reviewed Artikel „Unprecedented threats to cities from multi-century sea level rise“. Anhand „globaler Höhen- und Bevölkerungsdaten“ gehen die Forscher/innen davon aus, dass gerade in Regionen mit hohen Emissionen die Erwärmung um bis zu 4 Grad Celsius steigen könnte. Dies entspreche einem Anstieg des globalen Meeresspiegels um 8,9 Meter.

Besonders betroffen seien Kohle produzierende Staaten in Asien wie China, Indien, Indonesien, Vietnam und Bangladesch. Ihre Küstenstädte könnten künftig mit großen Flächenverlusten zu kämpfen haben, heißt es im Abstract des Papers.

Eine Risk Map stellt diese Risikogebiete kartografisch dar. Auch hier lassen sich manuell die Grad der Erderwärmung erhöhen. Die Projektionen reagieren mit einem virtuellen „Überschwemmen“ der Küsten auf der Karte. Dieser Screenshot von Italiens Küste zeigt, dass sich auch unsere naheliegenden Urlaubsstrände künftig verändern könnten.

MEHR! | Bildungsmagazin Was jetzt | Risk Map © Climate Central

Wann die ersten Küsten an Land verlieren werden, können die bisherigen Daten nicht prognostizieren. Dennoch soll das Kartenmaterial dazu dienen, dass sich Risikogebiete schon jetzt auf einen Anstieg des Meeresspiegels vorbereiten können – und nicht zuletzt, dass auch weltweite Klimamaßnahmen schnell und ernsthaft ergriffen werden.

 

 

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