Bildung und Beruf

HAK trifft Technik

Die Handelsakademie Hallein hat den Schwerpunkt „Industrial Business HAK“ gestartet. Der neue Zweig soll vor allem den Bedarf der Wirtschaft an technischen Spezialisierungen decken.

Von Florian Bayer - 29. Jänner 2020

 

Digitalisierung, smarte Technologien und Globalisierung verändern die Anforderungen an junge Menschen, die in die Arbeitswelt eintreten. Wie sollen heimische Schulen darauf reagieren?

Die Handelsakademie im Salzburger Ort Hallein beantwortete diese Frage mit einem neuen Vertiefungszweig.

 

An der HAK Hallein ist der Schwerpunkt „Industrial HAK“ gestartet. Foto: Herman Seidl

 

Seit Herbst 2019 verbindet in Salzburg der Schwerpunkt „Industrial Business HAK“ die Themen Wirtschaft und Technik. Dank enger Zusammenarbeit mit Industriebetrieben in der Region können beide Seiten profitieren: die Firmen von künftigen Fachkräften, die Schülerinnen und Schüler von viel Praxisnähe.

Schule trifft Wirtschaft

Entstanden ist die Idee vor zwei Jahren. Bei einer überregionalen Direktorenbesprechung wollte jede HAK ihr eigenes Profil finden.

„Weil es im Großraum Tennengau sehr viele Betriebe gibt, war von vornherein klar, dass wir etwas in diese Richtung machen wollen“, sagt Schuldirektor Werner Huber.

Danach ging alles Schlag auf Schlag: Bei der Veranstaltung „Schule trifft Wirtschaft“ konnte die Handelsakademie das Unternehmen Sony DADC (Digital Audio Disk Corporation) als ersten Partner gewinnen.

Weitere Betriebe, die im direkten Umkreis oder sogar teils in Sichtweite der Schule angesiedelt sind, sollen rasch folgen. Kurz darauf begann die Schulleitung, einen Lehrplan für den neuen Zweig „Industrial Business HAK“ zu erarbeiten.

 

21 Botschafterschulen des Europäischen Parlaments gibt es. Auch die HAK Hallein ist eine davon. Foto: Herman Seidl

 

Dafür wurden Gegenstände des normalen HAK-Betriebs umgeschichtet, um zusätzlich zur kaufmännischen Ausbildung mit Betriebswirtschaft und Controlling auch Platz für neue Fächer wie Industrial Design und Innovationsmanagement zu schaffen.

Neuer Lehrplan 

Wichtigste Bedingung seitens des Ministeriums war, dass keine Mehrkosten entstehen dürften, also mit den vorhandenen 42 Lehrerinnen und Lehrern gearbeitet werden müsse.

Bei der Berufsinformationsmesse BIM im November 2018 hat die Schule hoch gepokert und die neue Industrial Business HAK schon beworben, obwohl der Lehrplan vom Bildungsministerium noch nicht abgesegnet war.

Letztlich ging alles gut: Die Zulassung des neuen Zweiges kam Anfang 2019, und dank intensiver Bewerbung auf Berufsmessen, über die Industriellenvereinigung und die Partnerbetriebe kamen mehr als ausreichend Bewerbungen für das erste Schuljahr zusammen.

 

Schon im ersten Jahr erfreut sich der neue Zweig größter Beliebtheit. Foto: Herman Seidl

 

Kein Wunder, ist die HAK Hallein mit dem neuen Zweig doch die einzige Schule mit diesem Profil im Westen Österreichs, sagt Huber. In Hallein ist nicht zuletzt die Internationalität ein wesentliches Merkmal, denn der neue Zweig sieht auch eine zweite lebende Fremdsprache (Spanisch, Französisch oder Italienisch) vor.

Guten Start hingelegt

Zusätzlich werden im Unterricht auch Kultur und soziale Gepflogenheiten im Ausland vermittelt, etwa die Etikette beim ersten Kennenlernen oder der Weg zum Vertragsabschluss – Dinge, die man sonst nicht unbedingt in der Schule lernt.

Die Industrial Business HAK, übrigens untypisch fifty-fifty männlich und weiblich besetzt, hat einen tollen Start hingelegt, freut sich der Direktor Werner Huber: „Den ersten 21 Schülerinnen und Schülern gefällt der Austausch zwischen Theorie und Praxis irrsinnig gut, und auch von den Betrieben kommt tolles Feedback.“

Dass nun auch vier Schulen im Osten Österreichs den in Hallein ausgearbeiteten Lehrplan verwenden wollen, zeige, dass man mit der Wahl und Ausarbeitung dieses Schwerpunkts vieles richtig gemacht habe.

 

Die Handelsakademie Hallein

Rund 300 Schülerinnen und Schüler besuchen die HAK Hallein und profitieren von den vielen Unternehmen in der Region durch die Praxisnähe im Unterricht. Die Schule legt einen Schwerpunkt auf Internationalität und Offenheit.

Inhaltliche Vertiefungen sind u. a. E-Business und Entrepreneurship. Zuletzt wurde die HAK Hallein von der Europäischen Kommission als „Best Practice Schule“ für Entrepreneuership Education ausgezeichnet. Außerdem ist sie eine von 21 österreichischen Botschafterschulen des Europäischen Parlaments.

 

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Ein Beitrag aus dem Was jetzt-Magazin, Ausgabe 4.