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Naturpädagogik: Das wilde Nachtleben der Tiere erleben

Der Umweltdachverband hat ein Konzept für Exkursionen in der Nacht veröffentlicht. Die Broschüre vermittelt Fakten zum Nachtleben von Flora und Fauna, warum Lichtverschmutzung es bedroht und wie Sie selbst einen Ausflug planen.

Was jetzt-Redaktion - 28. Mai 2021

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Wussten Sie, dass ein Glühwürmchen einen doppelt so hohen Wirkungsgrad hat wie eine LED-Leuchte? Nein? Dann planen Sie doch eine Exkursion in das Nachtleben der Natur mit der neuen Broschüre des Umweltdachverbandes.

Im Gegensatz zu uns Menschen sind die Tiere auch dieser Tage noch nachtaktiv. Biber, Dachs und Igel, Glühwürmchen und Waldkauz munkeln weiter im Dunkeln. Auch Pflanzen richten ihren Biorhythmus am Wechsel von Tag und Nacht aus. Eine soeben veröffentlichte Publikation zur nachtbezogenen Naturpädagogik macht auf das Nachtleben der Natur aufmerksam. Ebenso klärt sie über die Bedrohung der Biodiversität durch zunehmende Lichtverschmutzung auf.

Das Konzept für Nachtexkursionen wurde im Rahmen des von Bund und EU geförderten Projekts „Lebensraum Naturnacht“ erarbeitet und vom Umweltdachverband herausgegeben. Im Fokus der kostenlosen Broschüre stehen spannende Fakten zu den Themen Astronomie, Biologie und Lichtverschmutzung, diverse Methoden für die Organisation von Nachtexkursionen und was Naturvermittler/innen dabei beachten sollten.

Lichtverschmutzung vs. Biodiversität

„Die künstliche Lichtflut stört insbesondere dämmerungs- und nachtaktive Tiere, von denen sich viele in den Listen gefährdeter oder geschützter Arten wiederfinden“, sagt Christian Raffetseder, Naturschutzexperte und Leiter des Projekts „Lebensraum Naturnacht“ im Umweltdachverband.

Die 60-seitige Publikation soll zur Auseinandersetzung mit der Artenvielfalt der Nacht und den problematischen Auswirkungen von Lichtverschmutzung anregen. So sollen Impulse für ein intelligentes und nachhaltiges Lichtmanagement in Österreich gegeben werden. Schließlich würde sich eine übermäßige Beleuchtung auch negativ auf das Wohlbefinden der Menschen auswirken und könne zu Gesundheits-, Schlafstörungen und Depressionen führen, meint Raffetseder.

Exkursionen durch die Nacht

Naturvermittler/innen, Lehrende der Biologie und Freunde der Naturpädagogik finden in der Broschüre auch zahlreiche Ratschläge und Methoden, wie sie eine Exkursion durch die Nacht planen und durchführen. So erzählt der Sternenhimmel wie ein Bilderbuch spannende Sagen der antiken Götter. Demnach ist die Milchstraße entstanden, weil Baby Herkules zu stark an Göttin Heras Brust saugte, sodass diese ihn fortstieß und sich ihr Milchstrahl über den Himmel ergossen hat.

Außerdem wird erzählt, welche Tiere mit Rufen und welche Pflanzen durch ihren Duft auf sich aufmerksam machen. Oder dass Fische mit offenen Augen schlafen, manche Vögel beim Fliegen ein Nickerchen machen und die Bäume in der Nacht – wie auch wir Menschen – ein paar Zentimeter schrumpfen.

Glühwürmchen sucht …

Wussten Sie, dass die Leuchtzellen von Glühwürmchen einen doppelt so hohen Wirkungsgrad haben wie die weit verbreiteten LED-Leuchten? Das Problem der Lichtverschmutzung betrifft jedoch auch sie, denn die Männchen meiden im Gegensatz zu den Weibchen lichtintensive Räume. Die Folge steht exemplarisch für ihre Auswirkungen auf die Natur: Es kann passieren, dass sie keine Weibchen mehr zur Fortpflanzung finden.

Hier finden Sie die Publikation „Konzept zur nachtbezogenen Naturpädagogik“ zum kostenlosen Download.

 

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