Bildung und Beruf

„Vegucation“: So lernen Lehrende vegan-vegetarisches Kochen

BMHS aktuell: BHS-Lehrer/innen können sich zu vegan-vegetarischen Köchen/Köchinnen ausbilden lassen. Lisa Klein von Vegucation erklärt, wie sie ihren Schülerinnen und Schülern vegan-vegetarisches Kochen beibringen.

Was jetzt-Redaktion - 27. Mai 2020

 

Gulasch und Gugelhupf, Seitanschnitzerl und Schokomousse – diese Gerichte stehen im Lehrplan der Kochausbildung zur vegan-vegetarischen Fachkraft. In den Seminaren von „Vegucation“ lernen Lehrer/innen vegan-vegetarisches Kochen mit pflanzlichen Speisen.

Unterrichtet werden sie in Seminaren an der Pädagogischen Hochschule Wien, der PH Oberösterreich, Burgenland – und ab nächstem Schuljahr auch an der PH Tirol und der PH Steiermark. Die vegane Kochkunst lehren sie dann ihren Schüler/innen in Tourismusschulen, Schulen für wirtschaftliche Berufe, Berufsschulen oder Pädagogischen Hochschulen.

 

Schüler/innen der HLW Vöcklabruck freuen sich über das Zertifikat der vegan-vegetarisches Kochkunst.

Vegan-vegetarisches Kochen

„Die Lehrenden erhalten Know-How, Unterrichtsmaterialien, Rezeptsammlungen und unseren Lehrplan“, erklärt Lisa Klein, Projektleiterin von Vegucation, den Zertifikatslehrgang. In eigenen Schulunterlagen werde neben der Theorie (Nachhaltigkeit, Tierschutz, Gesundheit) vor allem die Kochpraxis thematisiert. Also: Wie man Fleisch ohne Fleisch kocht, Milchprodukte ohne Milch und Eier ohne Eier.

Was die Schüler/innen davon haben? „Sie erweitern ihre Kochpraxis mit Wissen um die pflanzliche Küche“, meint Klein. „Viele sind überrascht, wie wandelbar vegan-vegetarische Zutaten sind und wie gemüsebasiert die österreichische Küchentradition ursprünglich ist.“

„Für BHS-Schüler/innen wird ,vegan‘ verstärkt zum Thema. Drei von vier Schulen wollen mehr vegan-vegetarische Küche im Lehrplan.“

Vegucation ist ein von der EU gefördertes Projekt, das von Schulen und NGOs aus Belgien, Deutschland, Holland, Österreich im Jahr 2014 ins Leben gerufen wurde. Seitdem wurden bereits 85 Lehrende aus 58 Schulen und insgesamt 800 Schüler/innen ausgebildet.

Trend zum veganen Kochen

Warum diese Ausbildung an Berufsbildenden Höheren Schulen angeboten wird? „EU-weit steigt die Nachfrage nach hochwertiger pflanzlicher Küche schneller als ihr Angebot“, sagt Klein. „Wir haben den Bedarf an österreichischen BHS erhoben. Die Rückmeldung: Bei allen Schüler/innen wird „vegan” verstärkt zum Thema. Drei von vier Schulen wünschen sich mehr vegan-vegetarische Küche im Lehrplan“.

Da die meisten Schulen offen für unverbindliche Übungen gewesen wären, hat die Vegane Gesellschaft Österreich diese „österreichweit einheitliche Ausbildung zur Vegan-vegetarischen Fachkraft” entwickelt. Um das Zertifikat zu erlangen, sind 30 Unterrichtseinheiten zu besuchen und eine schriftliche, mündliche und praktische Prüfung zu absolvieren.

Schulen bestimmen Lehrplan autonom

Was müssen Schulen machen, damit „Vegucation“ in die Kochklassen kommt? „Nachdem die Lehrenden das einwöchige Seminar besucht haben, können sie in ihrer Schule gleich loslegen“, meint Klein. Das Zertifikat könne innerhalb des Unterrichts oder als unverbindliche Übung am Nachmittag angeboten werden. Den Unterricht selbst gestalten die Schulen anhand des Lehrplans autonom. „Wir sind als Ansprechpartnerin stets erreichbar. Besonders vor der ersten Schulstunde stehen wir in engem Austausch mit den Lehrenden.“

In den letzten Monaten ist es gemeinsam gelungen, die Prüfung so zu adaptieren, dass Schüler/innen auch in Zeiten von Home-Learning und Corona ihr Zertifikat für Vegan-vegetarisches Kochen erlangen können.

Weitere Infos zum Zertifikatslehrgang Vegan-vegetarisches Kochen für Lehrer/innen hier.

 

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Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.