Bildung und Beruf

Von der Schule in die Berufswelt – Apps, die Orientierung bieten

Bei der beruflichen Orientierung und dem Einstieg ins Arbeitsleben helfen eine Reihe von Apps und Webplattformen aus Österreich. Wir geben einen Überblick.

Von Florian Bayer - 15. Jänner 2020


Talentify

Eine Alternative zur klassischen Nachhilfe ist das 2015 ausgerollte Talentify: Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren können auf der Onlineplattform talentify.me Gleichgesinnte zum gemeinsamen Lernen finden. So lassen sich gemeinsame Lernnachmittage und Nachhilfe, aber auch Teamarbeiten und Projekte organisieren.

Die Registrierung ist kostenlos, danach entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst, ob und wie hoch ihre Vergütung für die geleistete Nachhilfe ist. Das Maximum pro Lernstunde beträgt zehn Euro.

Das junge Wiener Team, das hinter Talentify steht, will damit helfen, soziale und wirtschaftliche Unterschiede in der Gesellschaft zu überwinden. Durch das Lernen auf Augenhöhe sollen Schülerinnen und Schüler gemeinsam zum besten Lernergebnis kommen.

 

Nachhilfe mal anders: Über Talentify finden Schülerinnen und Schüler zum gemeinsamen Lernen zusammen. Foto: talentify

 

“Peer-to-Peer Lernen ist ja im Grunde nichts Neues, die besten Schulen des Landes arbeiten seit Jahrzehnten mit diesem Prinzip. Mit talentify.me geben wir Schulen ein Werkzeug in die Hand, mit dem sich Schülerinnen und Schüler vollkommen eigenständig organisieren können”, sagt Gründer Bernhard Hofer.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Berufsorientierung. Mittels Selbstevaluierungen, dem Austausch mit jungen Berufstätigen sowie dem Erkunden von Unternehmensprofilen und Berufsbildern können User ihre eigenen Stärken und Interessen kennenlernen. Somit dient Talentify – übrigens ein eEducation-Partner des Bildungsministeriums – als Brücke zwischen Jugendlichen und Unternehmen, insbesondere im Lehrstellenbereich.

https://www.talentify.me/

 

Playmit

Als Bindeglied zwischen Wissen und Unternehmen versteht sich auch „Playmit”, eine Lern- und Quizplattform für den Berufseinstieg. Die Website wurde bereits 2006 von Hubert Hilgert, langjährigem Polytechnikum-Lehrer in Enns und Gänserndorf, und seinem Bruder Franz Berg gegründet. Die Idee dafür kam Hilgert direkt aus dem Unterricht.

Die Idee: Schülerinnen und Schüler können sich durch Onlinekurse und Übungen spezielle Urkunden verdienen und, wenn sie zu den besten des Monats gehören, sogar Preise gewinnen – etwa einen B-Führerschein. Zu den Themengebieten zählen etwa mathematische Textaufgaben, aber auch Geografie, englische Grammatik oder Sicherheitsbestimmungen aus dem Arbeitsleben.

“Was in der Schule gelernt wird und was in der Praxis Anforderung ist, klafft oft auseinander. Wer eine Lehrstelle sucht, soll auch die Möglichkeit haben, sich treffsicher darauf vorzubereiten”, ist Gründer Hubert Hilger überzeugt. Mit Erfolg: Mittlerweile empfehlen sogar viele Firmen ihren Bewerbern, als Zeichen ihres Engagements und zur Vorbereitung die Playmit-Kurse zu absolvieren.

Die Plattform richtet sich sowohl an Schüler und Schülerinnen an Pflichtschulen als auch an auch Höheren Schulen. Mit täglich bis zu 300 Neuregistrierungen und rund 25.000 aktiven Nutzern pro Monat ist Playmit Österreichs größte Lernplattform für den Berufseinstieg. Playmit ist kostenlos und wird auch vom Bildungsministerium empfohlen.

www.playmit.com/ 

 

 

Whatchado

Jungen Menschen auf der Suche nach ihrem Traumjob hilft auch Whatchado. Weil viele Stellenausschreiben zum Verwechseln ähnlich aussehen und in der Regel wenig Einblick in den Arbeitsalltag geben, entwickelte das Team 2012 die neue Plattform.

Persönliche Videostories geben Einblicke in die verschiedensten Berufsfelder, vom Filialleiter über die Militärmusikerin bis hin zum Mechatroniker. Somit erfahren Schülerinnen und Schüler direkt von Berufstätigen, wie der Job aussieht, was die schönen und vielleicht auch weniger schönen Seiten davon sind. So kann man sich schnell ein anschauliches Bild machen.

Zusätzlich ist Whatchado eine Jobplattform, auf der Firmen inserieren können. Auf Grundlage der persönlichen Interessen schlägt Whatchado den Bewerberinnen und Bewerben auf das Profil passende offene Stellen vor.  Bei Interesse kommt man per Link direkt zur jeweiligen Seite mit dem Stellenausschreiben.

www.whatchado.com

 

 

 

AK Jopsy

Auch die Arbeiterkammer bietet eine eigene App, die eine Brücke von der Schule zur Berufswelt schlagen soll. „AK Jopsy“ fragt zuerst nach Like/Dislike-Prinzip die eigenen Interessen ab – vom Tischlern übers Experimentieren und Malen bis hin zur Krankenpflege, bevor die App darauf basierend Berufsbilder vorschlägt.

Nach nur wenigen Minuten erhalten Schülerinnen und Schüler so ein Interessensprofil mit passenden Berufsvorschlägen – von Lehrberufen bis hin zu akademischen Berufen. Die App wurde von Wissenschaftlern, Webdesignern und Bildungsexperten der AK Wien entwickelt und von mehr als 300 Jugendlichen erfolgreich getestet.

erhältlich für Android-Handys und iPhones

 

 

Mehr dazu

Stefan Hopmann: „Natürlich haben Schüler das Recht, Lehrkräfte zu kritisieren“
Die smarte Lernplattform lernenwillmehr.at
Paulus Hochgatterer: „Nutzen der Digitalisierung weitaus größer als Gefahren und Probleme“
John Hattie: „Fehler als Chance sehen“ 

 

Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.