Bildung und Beruf

Von Zentralmatura bis PISA: Das kommt 2019!

Das neue Jahr bringt für Österreichs Schulen zahlreiche Veränderungen, Reformen und Innovationen. Wir haben in einem Überblick die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Von Manuela Tomic - 9. Jänner 2019

 

Egal ob Lehrerdienstrecht, Zentralmatura oder „Erasmus Plus“: Im neuen Jahr geht es in Sachen Bildung alles andere als ruhig zu. Nicht nur das Vorjahr von der Regierung beschlossene Bildungspaket bringt Bewegung in die Schulen – 2019 werden auch die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie veröffentlicht.

Zwei Neuerungen des Bildungspakets sorgten schon im Vorfeld für viel Aufmerksamkeit: Ab dem Schuljahr 2019/20 werden ab der zweiten Klasse Volksschule wieder Ziffernnoten und das Sitzenbleiben eingeführt. Doch was tut sich bei den höheren Schulstufen?

Zwei Leistungsniveaus

An der „Neuen Mittelschule“, die künftig nur noch „Mittelschule“ heißen soll, wird es ab dem Schuljahr 2020/21 ab der zweiten Klasse verpflichtend zwei unterschiedliche Leistungsniveaus geben: „Standard“ und „Standard-AHS“.

„In allen AHS-Stufen gibt es dann das Leistungsniveau ‚Standard-AHS’“, sagt Christian Dorninger, der im Bildungsministerium den Bereich Reformprojekte in der Sektion für Allgemein- und Berufsbildung leitet. „In den Mittelschulen soll es hingegen beide Leistungsniveaus geben.“

 

Christian Dorninger leitet im Bildungsministerium den Bereich Reformprojekte in der neuen Sektion für Allgemein- und Berufsbildung. Foto: BMBWF

 

Damit wolle man signalisieren, dass gute Schüler in der Mittelschule das gleiche Leistungsniveau haben können wie Schüler in der AHS-Unterstufe. Wie die Beurteilungsraster genau aussehen werden, soll spätestens bis Herbst 2020 feststehen.

Neuerungen gibt es auch bei der Zentralmatura, die heuer am 6. Mai mit den lebenden Fremdsprachen Spanisch, Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch startet und am 29. Mai mit den mündlichen Kompensationsprüfungen endet.

Bildungsminister Heinz Faßmann hat angekündigt, bei der Mathematik-Matura nachzubessern, nachdem vergangenes Jahr ein Fünftel der Schüler bei der Mathe-Prüfung durchgefallen ist. Noch diesen Monat möchte er seine Pläne präsentieren.

 

Auch bei den Diplomarbeiten für die BMHS-Matura ändert sich etwas. Foto: Shutterstock/LStockStudio

 

Gedreht wird aber auch an kleineren Schrauben: So müssen in den BMHS die Diplomarbeitsthemen für die Matura künftig nicht mehr der Schulbehörde erster Instanz vorgelegt werden, sondern obliegen der Verantwortung der Direktion, wie Dorninger erklärt. Schulen sollen so bürokratisch entlastet werden.

Attraktivere Polys

Die Polytechnischen Schulen sollen, wenn es nach der Regierung geht, mit dem neuen Bildungspaket mehr Zulauf bekommen. „Alle Schülerinnen und Schüler, die eine neunte Schulstufe nicht positiv abschließen, können künftig ein freiwilliges zehntes Schuljahr in der Polytechnischen Schule nachholen“, sagt Dorninger.

Schüler können sich so noch ein zusätzliches Jahr ihrer Berufsorientierung widmen und mittels Schnuppertagen ein realistisches Bild von verschiedenen Berufen bekommen, erklärt der für Reformen zuständige Bereichsleiter.

Dadurch sollen aber auch die Polytechnischen Schulen wieder attraktiver werden. „Zusätzlich möchten wir versuchen, an den Poly-Standorten möglichst viele Berufsfelder unterzubringen.“

Erasmus Plus

Derzeit wird auch an einer Verbesserung des Erasmusprogramms gearbeitet. Hier sollen vor allem Lehrlinge und klein- und mittelständische Unternehmen stärker unterstützt werden.

„An den Universitäten gibt es bereits Erasmusbeauftragte“, sagt Dorninger, „wir möchten künftig auch Unternehmen und ihren Lehrlingen eine Art Erasmus-Servicestelle bieten und ihnen so unter die Arme greifen.“

Europaweit planen die Mitgliedsländer zudem eine Exzellenzinitiative. So sollen im Rahmen des EU-Programms „Erasmus Plus“ Europäische Hochschulen geschaffen werden, an denen Studierende einen Studienabschluss samt Studien-Aufenthalten in mehreren EU-Ländern absolvieren können.

Was noch?

Dieses Jahr, konkret ab kommendem Schuljahr, gilt für frisch gebackene Lehrerinnen und Lehrer das neue Lehrerdienstrecht.

Ab dem Schuljahr 2019/20 sollen zudem die Lehrpläne für die Deutschförderklassen stehen.

Außerdem kommt im Zuge des Schulpakets ein neuer Gegenstand namens „Digitale Grundbildung“, der ab der 6. Schulstufe für zwei Wochenstunden und ein Jahr lang unterrichtet werden soll.

Mehr Medienkompetenz

Damit wolle man sich, so Christian Dorninger, auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten: „Denn die Schüler lernen nicht nur die instrumentellen Fähigkeiten, sondern sollen künftig auch Medienkompetenz beigebracht bekommen.“

Fest steht: Dieses Jahr wird spannend. Und sollten Sie den Überblick verloren haben, kein Problem. Wir werden all diese Änderungen auch in diesem Jahr für Sie weiterverfolgen.

In diesem Sinne: Ein erfolgreiches neues Jahr und einen guten Start in die Schulsaison!

 

Mehr

Essay: Entscheiden Sie selbst!
Handys im Unterricht: Mit oder ohne?
Berufsbildung International: Mit Sprachen zum Erfolg
Interview: „Kampagnen allein reichen nicht aus, um die Lehre zu stärken“

 

Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.