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WissenPlus: Begeistern Sie Schüler/innen für Citizen Science

Naturwissenschaften: In Citizen-Science-Initiativen engagieren sich Nicht-Wissenschafter/innen weltweit, um an den Problemen unserer Zeit zu arbeiten. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Schüler/innen zur Citizen Science motivieren können.

Dilek Fraisl, MSc, MA - 10. Juni 2021

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Es gibt weder eine einheitliche Definition für den Begriff Citizen Science noch einen einzigen Begriff, der alle Aktivitäten im Bereich von Citizen Science beschreibt. Allen Citizen-Science-Projekten gemein sind jedoch diese Merkmale, nämlich „Bürgerbeteiligung“, „freiwillige Beiträge“ und „Wissensproduktion“. Anders ausgedrückt kann Citizen Science als freiwillige öffentliche Beteiligung an wissenschaftlicher Forschung und Wissensproduktion definiert werden (Fraisl et al, 2020; Haklay et al, 2021).

Citizen Science umfasst eine Vielzahl von Projekten, von hypothesengetriebener Forschung, die von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern entworfen und geleitet wird und Freiwillige einbezieht, um Daten beizutragen. Dazu gehören auch Initiativen, die von wissenschaftlichen Forschenden und Freiwilligen gemeinsam konzipiert wurden und die Freiwillige in viele oder alle Aspekte der Forschung einbeziehen (z. B. Forschungsfragen, Datenerhebung, Auswertung und Verbreitung der Ergebnisse etc.). All diese Aktivitäten stehen im Einklang mit der Definition von Citizen Science.

Das Klassifizieren von Galaxien, das Teilen von Beobachtungen zur Biodiversität, das Sammeln von Plastik und anderem Abfall sowie relevanter Daten aus Flüssen, Meeren und Ozeanen, die Messung der Wasser- oder Luftqualität und die Kartierung eines Gebiets für humanitäre Zwecke sind nur einige Beispiele für Citizen-Science-Aktivitäten.

Das folgende Video (auf Englisch) gibt einen spannenden Einblick in Citizen Science:

Citizen Science kann die wissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen/Schülern, Studierenden und der breiten Öffentlichkeit verbessern. Durch Citizen Science kann ein besseres Verständnis von Umwelt- und Gesellschaftsfragen sowie von Wissenschaft und wissenschaftlichen Prozessen erlangt werden. Durch die Teilnahme an einem realen wissenschaftlichen Projekt können die Schüler/innen ihr kritisches Denken und ihre Diskursfähigkeit verbessern.

Citizen Science kann auch das Interesse der Schüler/innen an Naturwissenschaften steigern und ihre Neugier wecken. Überdies können mögliche Eintrittsbarrieren in die Welt der Wissenschaft so gesenkt werden. Citizen Science kann den Lernenden auch dabei helfen, Fähigkeiten wie Beobachten, Planen, Hinterfragen, Analysieren und Kommunizieren zu erwerben (California Academy of Sciences, 2019).

Darüber hinaus kann Citizen Science die Lücken zwischen dem, was Schüler/innen in der Schule lernen, und dem, was in der realen Welt der Wissenschaft passiert, schließen. Durch die Teilnahme an Citizen Science helfen Schüler/innen nicht nur der Wissenschaft und der Gesellschaft, sondern erwerben auch neue Fähigkeiten und Kenntnisse, die ihnen als Individuen hilfreich sein können.

Interessante Links zum Thema Citizen Science in Englisch

Warum ist Citizen Science so wichtig?

  • Bewusstsein schaffen für umweltpolitische und sozial wichtige Themen
  • Unterstützung von Wissenschaft und wissenschaftlicher Forschung
  • Nutzen für politische Entscheidungen

Blühendes Österreich: Unsere Schmetterlinge

Auf www.bluehendesoesterreich.at können die Lernenden sich einloggen und mit der Schmetterlingsapp anhand von 4.000 Naturerlebnissen im Jahr Naturabenteuer in Österreich planen. Da die Forschungslage in Österreich zu Schmetterlingen spärlich ist, hilft das Citizen-Science-Projekt rund um „Blühendes Österreich“, zusätzliches Datenmaterial für die Schmetterlingsforschung zu beziehen. So kann gemeinsam eine riesengroße Schmetterlingsdatenbank entstehen.

Interessierte sind eingeladen, Schmetterlinge zu fotografieren, hochzuladen und in die Datenbank einzutragen. Mithilfe der Suchfunktion kann die Schmetterlingsart bestimmt werden. Aktuell gibt es ungefähr 4.070 registrierte Arten von Schmetterlingen mit dem Fokus auf Tagfaltern. Mittlerweile wurden 32 Nachtfalterarten in das System aufgenommen. Unter der Leitung von Dr. Helmut Höttinger werden die gesammelten Daten gesichtet, erfasst und analysiert.

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Gesamter Beitrag für den Unterricht

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Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.