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WissenPlus: Logische Bilder verstehen

Sprache im Fach: Diagramme, Tabellen oder Grafiken sind logische Bilder, die im Unterricht oder im Beruf nicht mehr wegzudenken sind. Sie zu erlernen, erfordert spezifische Lernstrategien. Hier erfahren Sie, welche das sind.

Von Petra Grieshofer, B.Ed.Univ. und Simone Diana Kalchgruber, B.Ed.Univ. - 19. Juni 2019

 

Sowohl im analogen Alltag als auch im Umgang mit elektronischen Medien spielt die visuelle Darstellung von Informationen eine zunehmend wichtige Rolle. Im digitalen Zeitalter ist die Bildkommunikation nicht mehr wegzudenken.

Zu den sogenannten logischen Bildern zählen beispielsweise Diagramme, Tabellen oder Grafiken, die – häufig abstrakte – Zusammenhänge visualisieren sollen.

 

Logische Bilder sind eine wichtige Grundlage für schulisches Lernen. Foto: Dragon Images / shutterstock.com

 

Diese sind in keinem Unterrichtsfach mehr wegzudenken und bilden oft eine wichtige Grundlage für schulisches Lernen oder sollen im späteren Beruf selbst erstellt werden können.

Zudem ist deren Verständnis notwendig für eine erfolgreiche Bewältigung des Alltags – und sei es nur, um Abfahrtszeiten an der Busleiste richtig lesen zu können. Da sich logische Bilder in ihrer Beschaffenheit von Fließtexten unterscheiden, müssen sie anders gelernt werden und bedürfen auch spezifischer Lesestrategien.

 

Welche Herausforderungen stellen sich beim Verstehen logischer Bilder ein?

Die Inhalte von logischen Bildern werden mittels Formen, Symbolen und deren Anordnung vermittelt. Man muss deren bildliche „Codes“ erschließen, die eine komprimierte Darstellung von Informationen ermöglichen:

  • Erkennen, was auf dem Bild dargestellt wird.
  • Erkennen von Zusammenhängen zwischen dem Dargestellten und dem möglichen Vorwissen zu einem bestimmten Thema.
  • Möglicherweise wird auch die Frage nach dem „Warum“ dieser Darstellungsweise gestellt – vor allem bei künstlerischen Bildern. Dabei wird also die Wirkungsabsicht näher untersucht.

Anders ausgedrückt, erstreckt sich der Verstehensprozess von der Bildwahrnehmung zur Bildbeschreibung und schließlich zum Bildverstehen. Um dieses Verständnis zu erreichen, müssen die Wahrnehmungen mit dem Vorwissen verknüpft werden.

Wahrnehmungen und Muster

Nun ergibt sich beispielsweise bei Diagrammen das Problem, dass man oft bereits bei der Wahrnehmung schon vor dem Hindernis steht, nicht auf mental gespeicherte „Schemata“ zurückgreifen zu können, die sich aus den bisherigen Wahrnehmungen gebildet haben.

Es gibt also keine alltäglich bekannte Erscheinung, die man damit vorlagenhaft vergleichen könnte. Ein Diagramm präsentiert einen Inhalt auf Basis abstrakter, struktureller Ähnlichkeiten; es repräsentiert Analogien.

Um diese verstehen zu können, bedarf es nicht nur einiges an (oftmals mathematischem) Vorwissen, sondern man muss auch lernen, nach übergreifenden Mustern zu suchen und nicht begrenzte, lokale Einzelinformationen aneinanderreihen. Alle Informationen müssen hingegen gemeinsam mental repräsentiert werden.

 

Wie kann man also diesen Hindernissen entgegenwirken?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man im Unterricht – auch ohne lange Planungsarbeiten – das Verstehen von logischen Bildern fördern kann.

Wir möchten hier gerne einen Überblick über einige Vorschläge aus didaktischer Fachliteratur anbieten, die sich alle (einzeln oder in Kombination) in den Unterricht integrieren lassen.

  • Arbeit mit Verben: Man kann Schülerinnen und Schülern eine Liste von Verben austeilen oder jene mit ihnen erarbeiten, die zur Beschreibung des Diagramms etc. notwendig sind.
  • Aufschlüsselung von Symbolen: Die dargestellten Symbole sollen gemeinsam versprachlicht werden. Ein Doppelpfeil steht beispielsweise für „wechselseitig“ oder „bedingen/beeinflussen einander“.
  • Setzen von expliziten „Steuerungscodes“: In logischen Bildern werden eigenhändig zur Veranschaulichung Symbole wie Pfeile oder Schraffierungen etc. gesetzt, die einen Zusammenhang verdeutlichen oder zentrale Inhalte hervorheben sollen.
  • Sprach-Fach-Netz – Visualisierung und Verschriftlichung der Inhalte: Nach dem Einsatz der Leitfragen oder einer ersten inhaltlichen Annäherung sollen die Lernenden den Inhalt des logischen Bildes selbst visualisieren.

 

Übungen zu Thema: Beispiel Schaubild „Wirtschaftskreislauf“ sprachsensibel erschließen

Um das Schaubild „Wirtschaftskreislauf“ verstehen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler in einem ersten Schritt die darin enthaltenen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Elemente wahrnehmen.

 

Bildbeschreibung und Aufschlüsselung der Symbole am Beispiel dieses Schaubilds aus dem M-BOOK BW HAK I.

 

Zur Unterstützung dieses Prozesses erscheint eine Bildbeschreibung, die sich im Falle der Schaubilder insbesondere der Aufschlüsselung der Symbole widmet, als zielführend.

Das Übungsblatt „Bildbeschreibung_Logische Bilder“ beinhaltet sowohl das Arbeitsblatt für die Schülerinnen und Schüler als auch den dazugehörigen Lösungsvorschlag.

 

Gesamter Beitrag für den Unterricht

Den gesamten Beitrag zum Download inklusive Übungen und Lösungen finden Sie im MANZ Online-Lehrerzimmer unter WISSENPLUS.

 

Schulbuchbezug

  

 

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Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.