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WissenPlus: Ein Gerüst für leichteren Spracherwerb

Schreiben im Fach: In einem neuen Beitrag unserer Reihe „Sprachsensibler Fachunterricht“ erfahren Sie, wie man mit der Scaffolding-Methode den Umgang mit bildungs- und fachsprachlichen Inhalten erleichtert.

Mag. a Gülsüm Baran; Josef Dörr; Mag. Mehmet Fatih Tankir - 20. März 2019

Das Wort „Scaffolding“ leitet sich vom englischen Wort „Scaffold“ (dt. Gerüst) ab und meint das „maßgeschneiderte“ Aufbauen eines sprachlichen Hilfsgerüsts für sowohl ein- als auch mehrsprachige Schülerinnen und Schüler.

Damit soll der Umgang mit bildungs- und fachsprachlichen Inhalten des Fachunterrichts erleichtert werden.

Es geht also nicht um die Förderung der alltagssprachlichen Deutschkompetenz im Sinne eines zusätzlichen Deutschförderkurses oder DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Unterrichts, sondern um die Aneignung eines neuen und für den Großteil der Schülerschaft noch fremden Berufssprachenregisters, das zudem von Berufsfeld zu Berufsfeld variiert.

 

Mit der Scaffolding-Methode die Berufssprache für die Zukunft lernen.

 

Auch die oft mit dem Scaffolding-Konzept assoziierte Zielgruppe der schwächeren Lernenden ist nicht adäquat, denn die Scaffolds sind immer auf die jeweiligen Individuen angepasst.

Das heißt, Scaffolding kann sowohl in sonderpädagogischen wie auch begabungsfördernden, sowohl in monolingualen wie auch multilingualen Kontexten zum Einsatz kommen; es gibt also kein Patent dafür.

Beim Scaffolding liegt der Fokus explizit auf der Förderung des fachlichen und sprachlichen Lernens. Diese Art der Förderung wird für gewöhnlich in Makro- und Mikroscaffolding unterteilt.

Auszug aus dem Download-Beitrag

Makroscaffolding – vor dem Unterricht

Beim Makroscaffolding stehen Aspekte wie Bedarfs- und Lernstandsanalyse sowie Unterrichtsplanung im Vordergrund, die sich jedoch an der Sprachlandschaft des jeweiligen Fachunterrichts orientieren:

Schritt 1: Die Bedarfsanalyse rückt die sprachlichen Anforderungen des Faches bzw. der jeweiligen Fachunterrichtseinheit ins Blickfeld.

Schritt 2: In dieser Phase geht es darum, was die Lernenden schon alles können und wo sie noch Aufholbedarf haben.

Schritt 3: Den Dreh- und Angelpunkt beim Scaffolding bildet die Unterrichtsplanung. Ausgehend von den bedarfs- und lernstandsanalytischen Resultaten soll nun das Ziel verfolgt werden, den Unterricht von den alltagssprachlichen Inhalten zu separieren bzw. diese auf ein kognitiv höheres, fachsprachliches Abstraktionsniveau zu heben.

 

Mikroscaffolding – während des Unterrichts

Das Mikroscaffolding versteht sich als die Umsetzungsphase der oben beschriebenen Etappen.

 

Wie die Verknüpfung des sprachlichen und fachlichen Lernens durch Scaffolding erfolgen kann, wird anhand dieses Unterrichtsentwurfs zum Thema „Klimawandel“ gezeigt.

 

Gesamter Beitrag für den Unterricht

Den gesamten Beitrag zum Download inkl. Unterrichtsentwurf finden Sie im MANZ Online-Lehrerzimmer unter WISSENPLUS.

 

 

Veranstaltungshinweis zum Thema:

 

„Sollen wir jetzt auch noch Deutsch unterrichten? Sprachsensibilität im Fachunterricht“

Referat und Diskussion am 24. April 2019, 14.30 bis 20 Uhr im Berufsschulgebäude Längenfeldgasse 13–15, 1120 Wien, Veranstaltungsraum der Hausverwaltung der Berufsschule

Programm:

  • Referat „Praxis der Sprachförderung im Fach“ und Diskussion: Prof. Josef Leisen, OStD a.D., ehemaliger Leiter des Studienseminars für das Lehramt in Koblenz und Professor für Didaktik der Physik an der Universität Mainz
  • Runder Tisch: Vertreter/innen der VHS (lernraum.wien), des Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrums (BMBWF) und der Uni Wien (Germanistik)
  • Markt mit Angeboten zum sprachsensiblen Fachunterricht

Ziele:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • können die Bedeutung sprachsensiblen Fachunterrichts für die Förderung der Lernenden und damit das Erreichen des Bildungsziels sowohl selbst erkennen als auch anderen vermitteln.
  • können Erfordernisse für die Umsetzung in der eigenen Organisation oder Tätigkeit formulieren.
  • können Fortbildungsbedürfnisse definieren und eine Entscheidung über entsprechende Aktivitäten treffen.
  • profitieren vom Networking mit anderen im pädagogischen Feld tätigen Personen.

Zielgruppen: Lehrende an Berufsschulen, Polytechnischen Schulen und BMHS sowie in der Erwachsenenbildung (Angehörige der Universitäten, Lehrbeauftragte der Universitäten, Lehrbeauftragte der Volkshochschulen und anderer Organisationen im Spracherwerb), AusbilderInnen, im Spracherwerb ehrenamtlich Tätige, Interessierte

Anmeldung : bis 5. April 2019 per E-Mail an aktion1@gmx.net (bitte Organisation oder Institution angeben, wenn zutreffend)

 

Schulbuchbezug

 

   

   

   

 

 

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Ein Beitrag aus der Was jetzt-Redaktion.